Thymian Linalool ist eine der zahlreichen Varianten des Echten Thymians. Den Chemotyp Linalool findet man vor allem in mittleren Höhenlagen.
Der Begriff „thym“ beziehungsweise ursprünglich „tym“ soll im 13. Jahrhundert in die französische Sprache Eingang gefunden haben.
Etymologisch stammt das Wort wahrscheinlich aus dem Griechischen, wobei es unterschiedliche Deutungen gibt: Es könnte „Rauch“ oder „das, was brennt“ bedeuten – ein Hinweis darauf, dass Thymian früher ähnlich wie Weihrauch verbrannt wurde, um Schädlinge, aber auch böse Geister fernzuhalten. Andere Deutungen bringen den Namen mit Mut in Verbindung, eine Bedeutung, die sich bis heute in der Blumensprache erhalten hat.
Im Mittelalter stickten junge Frauen Thymianzweige auf Stoffe, die sie Männern mitgaben, wenn diese zu den Kreuzzügen aufbrachen – sie sollten ihnen Mut verleihen. Gleichzeitig galt Thymian als Glücksbringer und als Versprechen treuer Liebe.
Gelegentlich ist zu lesen, der Thymian sei der Mythologie zufolge aus den Tränen Helenas bei ihrer Entführung entstanden. Diese Legende ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten, denn möglicherweise bezieht sie sich vielmehr auf eine Alant-Art – den Echten Alant mit dem botanischen Namen Inula helenium.
Thymian wird bereits seit der Antike verwendet. Die Griechen verbrannten ihn in Tempeln, auf öffentlichen Plätzen und in wohlhabenden Häusern zur Reinigung. Auch die Römer nutzten ihn zu diesem Zweck, darüber hinaus aber auch wegen seiner kosmetischen und aromatischen Eigenschaften. Thymian fand beispielsweise Verwendung in Anti-Aging-Balsamen sowie bei der Herstellung von Käsezubereitungen und Likören.
Bei den Ägyptern und Etruskern wurde Thymian für die Herstellung von Salben für Bestattungsrituale verwendet, vermutlich wegen seines Duftes und seiner bakteriziden Eigenschaften.
In Südfrankreich gilt Thymian als Schutz vor dem bösen Blick. In Katalonien wird er während der Karwoche verbrannt, um Hexen fernzuhalten.
Zum Johannistag wurden traditionell Thymianzweige kreuzförmig an Türen befestigt, um das Haus zu schützen, oder auf die Felder geworfen, um die Ernte vor Hagel zu bewahren.
In der Provence wird Thymian „Farigoule“, wilder Thymian auch „Farigoulette“ genannt. Er gehört zu den beliebtesten Kräutern der mediterranen Küche und ist Bestandteil der Kräuter der Provence sowie des klassischen Bouquet garni.
Sein typischer Geschmack variiert je nach Standort und Boden. Manchmal besitzt er einen leichten Nachgeschmack von Zitrone oder Verbene. Mehr über seine Ernte erfahren Sie auf der Seite seines Verwandten, des Thymians Chemotyp Thymol.
Thymian wird sowohl in der Küche als auch als Kräutertee sehr geschätzt. Auch das daraus gewonnene ätherische Öl ist von besonderem Interesse. Vielleicht wird Thymian deshalb auf Korsika auch „l’herbe baronne“ genannt. Dieser kleine Strauch ist insbesondere für seine ausgeprägten antiinfektiösen Eigenschaften bekannt. Entdecken Sie diese mithilfe unserer Fachautoren.