Ylang-Ylang – ein ungewöhnlicher Name für eine ungewöhnliche Blüte.
Die Pflanze stammt ursprünglich aus den feucht-tropischen Regionen. Ihr Name soll aus dem Tagalog, einer Sprache der Philippinen, stammen und „Blume der Blumen“ bedeuten.
„Cananga“, ihr botanischer Name, soll wiederum auf die indonesische und javanische Bezeichnung des Baumes zurückgehen, der diese Blüten hervorbringt: „Kenonga“ oder „Kananga“.
Auf den Philippinen rankt sich eine Liebeslegende um Ylang-Ylang. Eines Tages schenkten die Götter einem Paar eine kleine Tochter und nannten sie „Ylang“. Sie verlangten jedoch, dass niemand das Mädchen jemals berühren dürfe. Eines Tages verliebte sich ein junger Mann in Ylang und schenkte ihr einen Blumenstrauß. Als sie ihn entgegennahm, berührten ihre Finger die des jungen Mannes – und augenblicklich verwandelte sie sich in einen wunderschönen, duftenden Strauch. Der Legende nach soll der junge Mann daraufhin immer wieder verzweifelt den Namen seiner Geliebten gerufen haben: „Ylaaaang, Ylaaaang!“
Auf den Philippinen werden Ylang-Ylang-Blüten mit Sampaguita-Blüten (Arabischem Jasmin) zu Girlanden verflochten, die heiligen Figuren als Schmuck und Opfergabe umgelegt werden.
Ebenfalls auf den Philippinen begann Mitte des 19. Jahrhunderts ein Seemann namens Albert Schwenger mit der Destillation dieser als heilig verehrten Blüte. Er soll mit seiner Destillieranlage durch das ganze Land gezogen sein, um jeweils kleine Mengen an Blüten zu sammeln und direkt zu destillieren.
Auf Initiative französischer Parfümeure entstanden später rund um den Indischen Ozean weitere Produktionsstätten, insbesondere auf La Réunion und auf Nosy Be vor Madagaskar.
Heute zählen die Komoren zu den wichtigsten Produzenten. Auf Mayotte macht Ylang-Ylang einen bedeutenden Teil der Exporte aus; die Blüte ist sogar auf dem Wappen der Insel abgebildet. Die Qualität des ätherischen Öls hängt entscheidend davon ab, wie schnell die Destillation beginnt, nachdem die reifen Blüten von Hand gepflückt wurden.
Ylang-Ylang besitzt mit etwa 2 Litern ätherischem Öl aus 100 kg Blüten eine vergleichsweise gute Ausbeute. Die Destillation kann allerdings mehr als 20 Stunden dauern!
Durch die verschiedenen Extraktionen werden unterschiedliche Nuancen dieses faszinierenden Ylang-Ylang-Duftes gewonnen. Gerade dieser außergewöhnliche Duft macht das ätherische Öl so einzigartig – sinnlich, positiv und besonders geschätzt, um Lust und Verlangen zu wecken.
Die frischen Ylang-Ylang-Blüten werden mit Wasser in Destillierapparaturen destilliert, wobei das ätherische Öl in mehreren Fraktionen gewonnen wird. Die Destillation dauert etwa 12 bis 20 Stunden; die hochwertigsten Fraktionen werden bereits in den ersten beiden Stunden aufgefangen. Während des Destillationsprozesses gibt der Destillateur etwa alle drei Stunden weitere Blüten hinzu.
Die einzelnen Destillationsfraktionen werden nach der Dichte der Essenz unterschieden: Extra S, Extra, Première, Deuxième und Troisième. Die Fraktionen Extra Supérieure, Extra und Première werden vor allem in der Luxusparfümerie verwendet, während Deuxième und Troisième überwiegend für Kosmetika, Seifen und Reinigungsmittel bestimmt sind.